Purschenstein und Sayda.

Beide Burgen müssen wir gemeinschaftlich miteinander behandeln; sie gehören ja räumlich und geschichtlich zusammen: sie haben immer dieselben Lehnsherren und Besitzer gehabt, und wo wir die eine von ihnen urkundlich erwähnt finden, da taucht gewiß daneben die andere auf. Heute freilich ist die zweite vollständig verschwunden; nur noch der westlich von Sayda, im höchsten Teile der Stadt befindliche Platz trägt die Bezeichnung „Schloß“. Hier stand vordem die Feste, welche den einst mitten durch die Stadt führenden und gegen 3½ m tiefen Hohlweg beherrschte, den hier die „böhmische“ Straße bildete,47) und unter ihrem Schutze hat sich die Anlage der gleichnamigen Stadt – wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts48) – vollzogen. Vom Schlosse hatten sich noch bis ins 19. Jahrhundert bauliche Reste erhalten, nämlich ein starker Rundturm von 23 m Höhe sowie ein kleinerer von sechseckiger Gestalt, und im 16. wie 17. Jahrhundert hatte es sich die auf Purschenstein gesessene Familie v. Schönberg angelegen sein lassen, die alte Burg in ihrer Anlage zu erhalten und weiter auszubauen. Die Entstehungszeit derselben darf man gewiß ins 12. Jahrhundert verlegen, vielleicht in seine Mitte, und kann ihr die Priorität der Stadt gegenüber getrost zusprechen. Zusammen mit Purschenstein deckte sie einen Teil jener alten Handelsstraße, die von Magdeburg nach Prag führte, und deren Verlauf im Erzgebirge uns der Jude Jakob Abrahamsohn (Jakub ibn Ibrahim), ein arabischer Handelsmann, der Zeitgenosse Kaiser Ottos II., uns folgendermaßen beschreibt: „Von der Burg Wurzen (Wûrdzin, nicht Nûrangin), die am Muldenflusse (Muldawa) liegt, bis zum Ende des Waldes 25 (arabische) Meilen (zu 1,6 km, also = 40 km), von dem einen Ende des Waldes bis zum andern49)40 Meilen (= 64 km), über lauter Berge und durch Wildnisse und schließlich über eine hölzerne Brücke (vgl. Brüx = Bruckes), die durch einen Morast (vgl. die Seewiese †) von ungefähr 2 Meilen (= 3,2 km) am Ende des Waldes führt, von da ab geht’s zur Stadt Prag (Brâga)“.

Schloss
Schloß Purschenstein 1735.

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts waren beide Schlösser Sayda und Purschenstein mit Ausnahme weniger Jahre Lehn der Markgrafen von Meißen und später der Kurfürsten (bez. Herzöge) von Sachsen. Im Jahre 1252 trat sie nämlich König Ottokar II. von Böhmen an Heinrich den Erlauchten ab, als dieser seine Erbansprüche auf Oesterreich, woher seine erste Gemahlin Konstanze stammte, zu gunsten jenes Fürsten aufgab. In ihrem Besitze folgte ihm sein jüngerer Sohn, Markgraf Dietrich von Landsberg († 1285), und sein Enkel von letzterem, Friedrich der Stammler (Tuta), der am 16. August 1291 auf dem Schlosse Hirschstein bei Meißen an vergifteten Kirschen starb. Er hatte seine Mutter Helena auf dem Sterbebette gebeten, die Burgen Saydow und Borsenstein zu veräußern und den Erlös daraus für sein Seelenheil zu verwenden. Sie kam dem letzten Wunsche des Sterbenden nach, und so erwarb König Wenzel II. von Böhmen, der letzte der Przemysliden am 23. August 1299 für 1800 Mark Silber beide Burgen; die Markgräfin-Witwe quittierte ihm darüber am 5. Juni 1300, und der deutsche König Albrecht bestätigte den Verkauf am 29. Juni desselben Jahres, ein Zeichen dafür, daß beide, Sayda und Purschenstein, Reichslehen waren. Allein Wenzel erfreute sich nur kurze Zeit ihres Besitzes; im Jahre 1305 starb mit ihm sein ganzes Geschlecht aus, und so fielen jene Schlösser eigentlich als erledigte Lehen dem Reiche anheim. Bereits einmal war übrigens Wenzel nahe daran gewesen, schon früher in den Besitzanspruch auf die zwei Festen einzutreten. Am 6. Februar 1289 hatte ihm nämlich Friedrich Clemme, Markgraf und Herr von Dresden, Heinrichs des Erlauchten Sohn aus seiner dritten Ehe mit der schönen Ministerialin Elisabeth von Maltitz, castrum Borstenstein und castrum et civitatem Saydowe abgetreten; aber der Markgraf besaß sie ja selbst nicht, er hatte nur Ansprüche darauf, falls sein Neffe vor ihm kinderlos verstarb. Jedenfalls war also der böhmische Besitz diesmal nur ein ganz vorübergehender. Denn als Wenzel starb, hatte inmitten der Wirren und Fehden dieser Zeit Friedrich der Freidige fest zugegriffen und die zwei Schlösser für die Mark Meißen, für sein Haus aber die fortan ständige Oberlehnsherrschaft gesichert. Bereits am 26. Juli 1324 begab er sich ja des direkten Besitzes an ihnen und verpfändete an die Brüder Otto den Älteren und Otto den Jüngeren von Burgau, die dem fränkischen Dynastengeschlechte der Lobdaburger entstammten, u. a. Haus (d. i. Schloß) Saydowe, Haus Borsenstein, ferner Dorfchemnitz, Zethau, Helbigsdorf u. a. m. für 1550 Schock großer Prager Pfennige. Wenn er diese Besitzungen nicht binnen einer bestimmten Frist einlöste, verfielen sie jenen Edlen, und das geschah denn auch wirklich. Allein nach kaum einem Menschenalter (1350) schlug einer von den beiden Burgaus samt seinem Sohne die vesten Saydowe Hus und Stat, und das Hus Borsenstein für 1500 Schock breiter Groschen an die Gebrüder Slavko und Borso von Riesenburg los, machte also ein gutes Geschäft; denn er erhielt beinahe ebensoviel Geld für sie allein, als er für sie und noch andere Besitzungen mit seinem Bruder ausgegeben hatte. Am 28. Februar 1350 stellten die neuen Besitzer der beiden Burgen für die Oberlehnsherren, die Markgrafenbrüder Friedrich III. den Strengen, Balthasar und Wilhelm I. von Meißen, einen Revers über den Lehnsempfang aus und verpflichteten sich, bei einem etwaigen Verkaufe der Schlösser sie den Landesfürsten für den obigen Preis zuerst, dann aber deren Untertanen, Herren oder gewöhnlichen Adligen, jedenfalls niemandem, der uzwendig irre lande gesezzen were, anbieten. An demselben Tage ward auch der Gemahlin Borsos von Riesenburg, Sophia, der Tochter des Burggrafen Meinher III. von Meißen, u. a. als Leibgedinge Schloß und Stadt Sayda verschrieben. An ihren Bruder, Meinher IV., und ihre Neffen, Meinher V. und Berthold, veräußerten ihr Mann und ihr Schwager bereits im Jahre 1351 Purschenstein und Sayda gemäß dem Versprechen, das sie den sächsischen Fürsten gegeben hatten, und so beliehen diese die drei Burggrafen damit und wiederholten diese Belehnung im folgenden Jahre (1352). Die Meißner Burggrafen haben unter sächsischer Oberhoheit die Lehnsherrschaft über Purschenstein (mit Sayda) bis zum 28. Mai 1425 ausgeübt, wo Heinrich II., der Enkel Meinhers V. seine gesamte Mannschaft im Meißner- und Osterlande an Kurfürst Friedrich den Streitbaren verpfändete, darunter auch Sifride von Schonemberg zcum Burszenstyen gesessen. Damit tritt nun die Familie auf den Schauplatz, die noch heute Purschenstein innehat: die v. Schönberg .50)

Seit wann nun dieses adlige Geschlecht, das ja schon längst sich in einem Vasallitätsverhältnisse zu den Burggrafen von Meißen befand, unter der gleichen Beziehung zu ihnen Schloß Purschenstein (mit Sayda) in Besitz genommen hat, läßt sich bestimmt nicht sagen. Der eben erwähnte Siegfried v. Schönberg, den Burggraf Heinrich II. 1425 an den Kurfürsten als Lehnsherr gewiesen hatte, sodaß bis auf weiteres im Lehnszuge das dynastische Mittelglied in Wegfall kam, hatte Purschenstein und Sayda von seinem Bruder Hans gekauft; der Vater der beiden hatte sie von den Burggrafen erhalten. So bezeugt es der erste kurfürstliche Lehnsbrief für die Schönberge auf Purschenstein vom 13. Januar 1429. Bei dieser kurfürstlichen direkten Lehnshoheit verblieb es fortan; nur im Jahre 1435 machte der Rechtsnachfolger der Meißner Burggrafen aus dem Geschlechte der Meinheringer, Heinrich II. von Plauen, unbegründeterweise und darum erfolglos auf die Lehnshoheit über Purschenstein Anspruch; er oder sein Vater († 1429) hätten dieselbe erst wieder einlösen müssen. Fragen wir nun, wann die Meinheringer den eigentlichen Besitz des Schlosses Purschenstein (mit Sayda, das immermehr als Vorburg galt) aufgegeben und es an die v. Schönberg weiter verliehen haben, so stoßen wir auf Peter v. Schönberg, der als Besitzer von Purschenstein urkundlich am 19. April 1389 auftritt. Wir begegnen ihm bereits im Jahre 1363, und er mag die Erwerbung für sein Geschlecht gemacht haben, die zwischen 1352 und 1389 fällt, und in der es sich nun über ein halbes Jahrtausend hindurch in guten wie in bösen Tagen behauptet hat. Der Umfang der ganzen Herrschaft geht aus einem Lehnsbriefe Kurfürst Friedrichs des Sanftmütigen vom Jahre 1451 für Heinrich v. Schönberg, einen Geschlechtsvetter des oben erwähnten Siegfried hervor: sie umfaßte außer der Stadt Sayda (mit ihrer Burg) die Dörfer Claußnitz, Cämmerswalde, Friedebach, Pillsdorf, Ullersdorf, Dittmannsdorf, Schönfeld, Pfaffroda, Hallbach, Reuckersdorf, Heidersdorf, Dittersbach und Seiffen. Das wird auch in früheren Zeiten im großen ganzen der Bezirk der beiden Burgen Sayda und Purschenstein gewesen zu sein, der von der Flöha bis zur Mulde sich erstreckte. Mit ihm deckt sich fast der Sprengel des Saydaer Erzpriesters, der 1307 dem Meißner Dompropste zur kirchlichen Aufsicht (Archidiakonat) überwiesen wurde: abgesehen von Olbernhau (Herrschaft Lauterstein) und Nassau (Burg Rechenberg) unterstanden ihm die Pfarreien Sayda, Claußnitz, Cämmerswalde, Neuhausen (oder Borssenstein) und Pfaffroda sowie Dörnthal und Voigtsdorf). Vielleicht gehörten auch diese beiden letzteren Dorfschaften zur Purschensteiner Herrschaft; wenigstens verliehen die Meißner Burggrafen Voigtsdorf 1365 der Familie Hartitzsch (und zwar mit Friedebach) wie vorher dem Peter v. Erdmannsdorf, eine Belehnung, die ihr 1401 und 1405 erneuert wurde. So kam Voigtsdorf nach 1352 von Sayda-Purschenstein ab. Dörnthal ist später wieder ein Bestandteil der Herrschaft geworden.

Schloss
Schloß Purschenstein mit Dorf Neuhausen.

Es handelt nun noch darum, ob wir über die Geschichte unserer beiden Burgen vor 1252, als sie noch böhmisch waren, etwas erfahren können. Der böhmische Geschichtsschreiber Balbinus, ein Jesuit (1633), erwähnt freilich castellani de Borsenstein et Seydowe und bezeichnet ganz richtig beide Burgen als böhmische Lehen, genauer deutsche Reichslehen des Böhmenkönigs. Wenn die erste Angabe des Balbinus auf Tatsachen beruht, dann haben wir darunter nicht „königlich böhmische Burggrafen“, sondern „Burgmannen“ der nachweislich ältesten Besitzer dieser Gegend, der Edlen von Riesenburg, der Gründer des Klosters Ossegg, zu verstehen. Sie schenkten ja 1206 die Parochie Sayda demselben, und in der Tat wird Sayda die ältere Feste sein, während Purschenstein die jüngere und eine Gründung der Riesenburger ist. Denn nach der wahrscheinlichsten Deutung ist doch wohl der Name als „Stein des Borso“ (Borsenstein) zu erklären: es ist die ins Flöhatal hervorspringende Klippe gemeint, auf der zu Anfang des 13. Jahrhunderts wohl ein Borso von Riesenburg das nach ihm benannte Schloß angelegt hat. Dasselbe ist jetzt neu, hat es doch 1640 und 1641 zwei Belagerungen erfahren, und der Brand von 1643 hat viel vernichtet, auch mancherlei Umbauten nach sich gezogen, sodaß naturgemäß die alte Gestalt der Burganlage sich veränderte, an die nur der mächtige Rundturm im Norden, der jetzt noch etwa 20 m hoch ist,51) die Umfassungen des oberen Hofes und der noch zum Teil erhaltene Wallgraben auf der Nordwestseite erinnern. An jenen Rundturm schloß sich nach Westen zu ein Wehrgang an, auf dem späterhin ein schmaler Flügel von geringer Tiefe errichtet ward, während das ursprüngliche Hauptwohnhaus, der Palas, im Südwesten stand und nach Südosten durch Mauern und offene Gänge mit dem Torgebäude in Verbindung stand, welches sich seinerseits nach Nordosten zu an den gedachten Rundturm anschloß. Noch im Jahre 1735 wies das Schloß fünf Türme, darunter vier an den Ecken, auf; jetzt existieren nur noch ihrer zwei: außer dem nördlichen Rundturme der südliche kleine Capellen- oder Treppenturm, unter dem sich das einstige Verließ befindet; er beherbergt die Kapelle, die erst im 19. Jahrhundert hier errichtet ward. Das Schloß hat natürlich immer eine Kapelle besessen; dafür spricht die Berufung des Neuhausener Pfarrers als besonderen Schloßpredigers seit 1543, dafür vor allem die Bezeichnung der Parochie als Borssenstein in der Meißner Bistumsmatrikel. Ursprünglich wird der am Fuße des Burgberges entstehende Ort Neuhausen auch denselben Namen wie das Schloß getragen haben, wofür ja der Doppelnamen des Kirchspiels beweisend genug ist. Die ganze Gegend, ursprünglich im dichtesten Walde gelegen, geriet zunächst politisch wie kirchlich in Abhängigkeit vom Königreiche Böhmen und der Prager Diözese. 1252 kam sie an die Mark, um 1300 an das Bistum Meißen. Sie verdankt aber Böhmen, den Riesenburgern und dem Kloster Ossegg, woran noch die Namen Purschenstein und Pfaffroda gemahnen, ihre kulturelle Erschließung, die mit Hilfe deutscher Ansiedler geschah: denn mit Ausnahme der beiden Namen Sayda (Zawidow) und Claußnitz (Cluseniz) sind ja die übrigen alle deutsch und zeugen vom Fleiße deutscher Bauern, die unter dem Schutze deutscher Edlen in diesem Teile unseres Erzgebirges den Anbau mächtig förderten. Daran erinnern uns die Namen der Burgen Sayda und Purschenstein, und wenn auf dem hohen Turme des letzteren das Banner mit dem Schönbergschen Löwen stolz im Winde flattert, so gedenken wir, wie dieses Geschlecht in dem Boden unseres Gebirges kräftig Wurzeln geschlagen und hier fünf Jahrhunderte überdauert hat. Möge es blühen und auch fernerhin sich des Besitzes erfreuen, den die Väter zäh und fest durch Freud und Leid ihren Nachkommen erhalten haben!

47) Er ward bereits 1554 ausgefüllt.

48) Bereits 1206 tritt die damals dem Prager Bischofe unterstehende parrochia Zawidow auf, die dem böhmischen Cisterzienserkloster Ossegg übergeben wurde.

49) Der Austritt aus dem Walde erfolgte bei Oberleutensdorf. Gemeint ist damit der große Wald zwischen Böhmen (Süden) und dem Gaue Daleminzi (Norden), der bei Waldheim seinen Anfang nahm, bez. dort aufhörte. In ihm lief die Straße über Stadt Hainichen, Bockendorf (1185: per antiquam Böemiae semitam), Oederan, Mittelsaida, Sayda und Purschenstein.

50) Purschenstein (Borsenstein) und seine Besitzer, die v. Schönberg, werden öfters mit dem böhmischen Schlosse Pürsten (Birsenstein) und dessen ehemaligen Herren, den Edlen von Schönburg, irrtümlich verwechselt. Als Beispiel hierfür führe ich ein Dokument vom 21. April 1434 an, nach welchem die sächsischen Herzöge mit Askanius (Asche) dem Älteren von Schönburg (nicht Schönberg) einen Vergleich wegen des Schlosses Pürstein (nicht Purschenstein) schlossen. Denn damals saß Siegfried v. Schönberg auf Purschenstein.

51) Dieser Berchfrit wird vordem selbstverständlich eine größere Höhe besessen haben.

Quelle: Glückauf. Zeitschrift des Erzgebirgsvereins. 29. Jahrgang. 1909. S. 166 - 169.

Korrektur Die Belehnung der Burggrafen von Meißen mit den vesten Borsinstein und Saydow fand allein am 14. März 1352 statt. Eine Urkunde desselben Datums aus dem Jahre 1351 verdankt nur einem Lesefehler ihre scheinbare Existenz.

Nachtrag Bei dem Verkaufe beider Burgen durch die Markgräfin-Witwe Helene von Meißen, der am 5. Juni 1300 stattfand, heißt es in ihrer Urkunde, daß „ihre Stadt Sayda (civitas Saydow) mit dem Schlosse daselbst (cum castro ibidem) und das Schloß Borsenstein mit ihrem ganzen Bezirk (iurisdicio), mit allen Lehnsleuten (homines feodati), mit allen unverlehnten Dörfern, Ländereien, Besitzungen, Wäldern, Bergen, Gewässern, Einkünften, Nutzungen, Rechten und sonstigem Zubehör einst zum Bestande (olim de corpore) des Königreichs Böhmen gehörten und der Krone daselbst stets von alters her (semper ab antiquo) zuständig waren“.

Im Oktober 1448 erbauten übrigens die Gebrüder v. Schönberg, Ritter Siegfried zu Sayda und Heinrich zu Purschenstein, eine Kapelle „uff dem Schlosse zu Sayda In dye Ere Sente Michaelis und allir Engele, dorynne der Altar geweyhet ist“. An derselben stellten sie einen besonderen Priester an, der „persönlich uff deme Lehin wonen“ sollte: dafür erhielt er 9 Schock Groschen jährlich ausgezahlt und eine Hofstatt mit einem Garten, sowie einen Acker nebst Bau- und Brennholz, auch freier Viehweide eingeräumt. Die Meißner Bistumsmatrikel vom Jahre 1495 schätzt die Einkünfte der Stelle dieses Burgkaplans auf eine Mark Silber, und diese sollen nach Einführung der Reformation zur Fundierung des Diakonats der Stadtkirche von Sayda verwendet worden sein.

(Fortsetzung folgt.)