Langenau

v. Süßmilch-Hörnig spricht von einer zerstörten Burg zu Langenau, deren Ursprung er ebenso wie bei Mulda ins 12. Jahrhundert verlegt, ohne weiter anzugeben, wer diese Feste in Trümmern legte; vermutlich denkt er aber auch hier an die Hussiten. Heute existieren daselbst zwei Rittergüter, Nieder- und Oberlangenau, von denen das letztere erst vor 1551 dazu erhoben worden ist, nachdem es zuvor ein Richtergut gewesen war. Allein es führt keine geschichtliche Nachricht auf die Spur einer Burg zu Niederlangenau. Im obern Tale der Großen Striegis ist eben keine solche anzutreffen, und somit darf man getrost Langenau gleichermaßen von dem Verzeichnisse der erzgebirgischen Burgen streichen wie Lichtenberg und höchstwahrscheinlich Mulda. Man verstände es auch offen gestanden gar nicht, warum nur grade in dieser Gegend sich die Burgen derart häufen sollten; denn man fände dafür auch nicht den geringsten Grund.

(Fortsetzung folgt.)

Quelle: Glückauf. Zeitschrift des Erzgebirgsvereins . 30. Jahrgang. 1910. S. 56.